Ökogenuss - Erfahrungsaustausch und gute Vernetzung
Beim offenen Biobauern-Stammtisch in Waging im Hotel „Eichenhof“ wurde bis in den späten Abend ausgiebig diskutiert.
Den verbandsübergreifenden Stammtisch hatte der Verein Ökogenuss Waginger See organisiert, unterstützt von der Ökomodellregion Waginger See - Rupertiwinkel. Ein spezielles Thema war nicht vorgegeben, im Vordergrund standen Austausch, Kennenlernen und eine gute Vernetzung.
Der Vorsitzende Sebastian Kettenberger legte kurz dar, warum der Ökogenussverein, ein Zusammenschluss von Bio-Direktvermarktern rund um den See, zum Biostammtisch, den es seit einigen Jahren immer wieder mal gab, eingeladen habe und warum er ihn wieder mit Leben erfüllen wolle. „Wir haben als Biobauern dieselben Interessen und dieselben Sorgen. Wenn wir uns regelmäßig treffen und miteinander reden, können dadurch gute Ideen entstehen“, so der Tittmoninger Biobauer. Dem Verein gehe es um die Stärkung der Vermarktung hofeigener Bioprodukte und um eine bessere Vernetzung untereinander, und da sei jeder Input wichtig. Vorstellen könne er sich auch, besondere Veranstaltungen zu diesem Thema zu organisieren, wie zum Beispiel ein Käseseminar mit einer Vermarkterin, die jahrelange Erfahrung hat.
Während einer Vorstellungsrunde berichteten die Anwesenden über ihren Betrieb, welche Art von Biolebensmitteln sie produzieren und wie sie diese vermarkten. Die unterschiedlichsten Bereiche wurden genannt: Gemüse, Milch, Rindfleisch, Eier, Schweinefleisch, Kartoffeln Geflügel, Ziegen. Auch bei der Vermarktung sind die meisten breit aufgestellt. Die Milch liefern sie an Molkereien, das Fleisch vermarkten sie über die Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh in Traunstein, häufig auch direkt ab Hof. Einige haben einen Hofladen, einen Selbstbedienungshofladen mit Milchtankstelle, einen Bioladen im Ort, manche betreiben einen Stand auf diversen Wochenmärkten, beliefern die Gastronomie, eine Kantine oder das Fridolfinger Krankenhaus.
Auch Marlene Berger-Stöckl von der Ökomodellregion stellte sich vor. Sie wolle in diesem Jahr wieder vielfältige Veranstaltungen anbieten, sagte die Projektmanagerin. Dazu gehöre ein Bioerlebnisprogramm, unter anderem mit Aktionen rund um das Thema „Biomilch“. Des Weiteren informierte Berger-Stöckl über Biolebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung.
In der anschließenden Diskussion kamen sehr unterschiedliche Themen zur Sprache. Etwa die Hofnachfolge, die bei zwei Stammtisch-Teilnehmern in den nächsten Jahren ansteht, die Übernahme einer außerfamiliären Landwirtschaft und die Doppelbelastung als Nebenerwerbsbauer. Das Leben werde den Landwirten durch immer mehr Bürokratie und immer mehr Auflagen sehr schwer gemacht. Durch Überlastung und zu viel Stress seien bei Kollegen zum Teil besorgniserregende Entwicklungen zu beobachten, merkte ein Biobauer an. Die jetzt verpflichtende Weidehaltung für Biobetriebe sei für manche Milchviehbetriebe, die zu wenig geeignete Weidemöglichkeiten am Hof haben, sehr schwierig umzusetzen und stelle sie vor Probleme, die so groß seien, dass etwa zehn Prozent von ihnen aufhören, ergänzte ein anderer Landwirt.
Um all diesen Herausforderungen etwas entgegen setzen zu können, seien eine starke Vernetzung und eine gute Kommunikation innerhalb der Bauernschaft sowie ein engerer Kontakt zum Kunden von großer Bedeutung, waren sich die Anwesenden einig.
Der nächste Biostammtisch findet am Mittwoch, 19. März, um 19 Uhr statt. Wirt und Ortschaft werden zeitnah auf dieser Seite veröffentlicht.
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